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Entgeltumwandlung — So funktioniert’s

Verstehen Sie, wie Sie Teile Ihres Bruttoeinkommens steuerfrei in die Altersvorsorge einzahlen können und welche Grenzen es gibt.

6 min Lesezeit Anfänger März 2026
Älterer Geschäftsmann im Anzug sitzt an Schreibtisch mit Laptop und Dokumenten zur Altersvorsorge

Was ist Entgeltumwandlung?

Entgeltumwandlung ist eine einfache Idee: Statt einen Teil deines Bruttogehalts als Lohn ausbezahlt zu bekommen, zahlst du ihn direkt in eine Altersvorsorge ein. Das Beste? Dieser Betrag ist steuerfrei und auch von der Sozialversicherung befreit — bis zu bestimmten Grenzen natürlich.

Es funktioniert so: Dein Arbeitgeber zahlt den vereinbarten Betrag nicht an dich aus, sondern leitet ihn direkt an einen Versicherer oder Pensionsfonds weiter. Du sparst auf diese Weise Steuern und Sozialabgaben, während deine Altersvorsorge wächst. Klingt praktisch? Das ist es auch.

Diagramm zeigt Entgeltumwandlungsprozess von Bruttolohn zur Altersvorsorge

So läuft der Prozess ab

Die Entgeltumwandlung funktioniert in vier klaren Schritten.

01

Vereinbarung treffen

Du und dein Arbeitgeber einigen euch auf einen Betrag — beispielsweise 100 Euro pro Monat. Das wird schriftlich festgehalten.

02

Versicherer auswählen

Der Arbeitgeber leitet dich an eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder einen anderen Anbieter weiter. Du bestimmst mit, welcher Versicherer es sein soll.

03

Regelmäßige Einzahlung

Jeden Monat überweist dein Arbeitgeber den vereinbarten Betrag direkt an den Versicherer. Dein Gehalt wird entsprechend gekürzt.

04

Altersrente beziehen

Im Rentenalter — normalerweise mit 65 Jahren — erhältst du eine Altersrente oder Kapitalleistung aus deinen angesparten Beiträgen. Die Renteneinkünfte werden dann versteuert.

Grenzen und Beitragssätze

Es gibt Obergrenzen — und das ist wichtig zu wissen. Nicht jeder Betrag ist steuerfrei. Die Grenze liegt aktuell bei 4 Prozent der Beitragssatzsumme zur gesetzlichen Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Das klingt kompliziert, ist aber einfach erklärt.

Für 2026 bedeutet das: Du kannst bis zu etwa 7.300 Euro pro Jahr in die Entgeltumwandlung einzahlen und sparst dabei Steuern und Sozialabgaben. Allerdings gibt es auch eine Obergrenze für die Rentenversicherungsbeiträge separat — das sind etwa 4.700 Euro pro Jahr. Dein Arbeitgeber informiert dich über die genauen Grenzen.

Wichtig: Die Grenzen ändern sich jedes Jahr. Es lohnt sich, die aktuellen Werte mit deinem Arbeitgeber zu besprechen und die Beiträge entsprechend anzupassen.

Frau mittleren Alters sitzt zufrieden am Schreibtisch mit Finanzunterlagen und Taschenrechner

Die Vorteile für dich

Entgeltumwandlung bringt echte finanzielle Vorteile. Der Hauptvorteil: Du sparst Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Wenn du 100 Euro pro Monat in die Entgeltumwandlung zahlst, sparst du etwa 40-45 Euro an Steuern und Abgaben — das ist eine echte Kostenersparnis.

Es funktioniert so: Die eingezahlten Beträge werden von deinem Bruttolohn abgezogen, nicht von deinem Nettolohn. Das heißt, dein Netto sinkt weniger, als du einzahlst. Gleichzeitig baust du private Altersvorsorge auf — völlig automatisch. Du musst dich nicht selbst um Sparquoten oder Überweisungen kümmern.

  • Sofortige Steuerersparnis durch Brutto-Abzug
  • Reduzierte Sozialversicherungsbeiträge
  • Automatische Altersvorsorge ohne Disziplin erforderlich
  • Schutz vor Pfändung im Versicherungsfall

Mitnahme beim Jobwechsel

Viele Menschen fragen sich: Was passiert mit meiner Entgeltumwandlung, wenn ich meinen Job wechsle? Die gute Nachricht: Deine Anrechte sind geschützt. Das nennt sich Portabilität.

Wenn du die Firma wechselst, hast du mehrere Möglichkeiten. Du kannst den Vertrag bei deinem neuen Arbeitgeber mitnehmen — viele Versicherer ermöglichen das. Oder dein neuer Arbeitgeber hat ein eigenes Modell, das dir besser passt. Wichtig: Du verlierst deine bisherigen Beiträge nicht. Sie bleiben in der Versicherung und werden verzinst, bis du in Rente gehst.

Es ist ratsam, den Versicherer oder deinen Arbeitgeber zu kontaktieren, bevor du die Stelle wechselst. So kannst du sicherstellen, dass keine Lücken entstehen und deine Vorsorge nahtlos weiterlauft.

Junger Mann mit Umzugskartons sitzt am neuen Arbeitsplatz vor Laptop

Direktversicherung vs. Pensionsfonds

Die beiden häufigsten Formen der Entgeltumwandlung unterscheiden sich deutlich.

Direktversicherung

Der Arbeitgeber schließt einen Versicherungsvertrag ab, bei dem du die versicherte Person bist. Im Rentenalter erhältst du eine Rente oder Kapitalleistung. Vorteil: Einfache Handhabung. Nachteil: Oft sind die Renditen nicht besonders hoch.

  • Garantierte Leistungen
  • Versicherer trägt Risiko
  • Einfache Verwaltung

Pensionsfonds

Ein Pensionsfonds investiert deine Beiträge am Kapitalmarkt. Das bedeutet höhere Renditechancen, aber auch mehr Risiko. Du profitierst stärker von Börsengewinnen, trägst aber auch das Marktrisiko. Moderne Variante für Anlage-Interessierte.

  • Höhere Renditechancen
  • Flexiblere Anlage
  • Marktrisiko vorhanden

Checkliste: Vor der Anmeldung

Klären, ob dein Arbeitgeber Entgeltumwandlung anbietet

Aktuelle Beitragsgrenzen mit dem Arbeitgeber besprechen

Versicherer und Vertragstyp vergleichen (Direktversicherung oder Pensionsfonds)

Schriftliche Vereinbarung unterzeichnen

Regelmäßig Kontoauszüge prüfen

Beiträge jährlich überprüfen und anpassen, wenn nötig

Hinweis zu dieser Information

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Entgeltumwandlung. Er ersetzt keine individuelle Finanzberatung oder rechtliche Beratung. Die Regelungen zur Entgeltumwandlung ändern sich regelmäßig, und die aktuellen Beitragsgrenzen können abweichen. Bitte erkundige dich bei deinem Arbeitgeber oder einem unabhängigen Finanzberater nach den für deine Situation relevanten Details und Möglichkeiten. Bei Fragen zur Portabilität oder zum Versichererwechsel kontaktiere deinen Versicherer direkt.